www.alexandra-winter.de

Todesschlaf

  • Kapitel 2 - die Phrophezeiung

Der Vollmond stand hoch am Himmel über Kandara und tauchte die weißen Türme des königlichen Palastes in fahles Licht. Hohe Wolkenberge türmten sich vor dem Nachthimmel. Die Luft roch nach Gewitter. Über der Stadt zuckten die ersten Blitze, und in der Ferne grollte der Donner. Die Menschen blieben in ihren Häusern und warfen beunruhigte Blicke zum Himmel. Sie waren an Unwetter gewöhnt, aber heute lag etwas unheimliches in der Luft, das einige von ihnen veranlasste, zu längst vergessenen Göttern zu beten.

Den Menschen, die sich im Schlafzimmer von Königin Fedora versammelt hatten, stand die Anspannung ins Gesicht geschrieben. Die Königin war im Begriff, ihr erstes Kind zur Welt zu bringen, und alles, was bei Hofe Rang und Namen hatte, war im Gemach der Königin versammelt und erwartete gespannt die Geburt des Thronerben. Selbst König Rolin war erschienen und stand am Bett der Königin, welches durch einen Vorhang vor den neugierigen Blicken des versammelten Hofstaates geschützt wurde. Außer dem König waren nur die Hebamme, zwei Hofdamen und ihre alte Amme Marga bei Königin Fedora. Während der langen Zeit des Wartens verstummten langsam die Gespräche, und die Anwesenden blickten besorgt abwechselnd nach draußen und auf den Vorhang. Die Minuten wurden zu Stunden, mittlerweile hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet, und vor den Fenstern tobte ein Sturm, wie ihn selbst die alte Marga nie zuvor erlebt hatte. Voller Besorgnis wanderte ihr Blick von Fedora zu den düsteren Wolken, die von innen heraus zu glühen schienen, erhellt von unzähligen Blitzen. Ein gewaltiger Donnerschlag ließ mit ohrenbetäubendem Krachen die Mauern des Schlosses erbeben. Mit einem spitzen Schrei schoss Marga plötzlich von ihrem Lehnstuhl in die Höhe. Starr stand sie da und starrte mit leerem Blick hinaus in die Nacht. Sie schien alles um sie herum mit einem Mal völlig vergessen zu haben. Die anderen Frauen blickten erschocken auf die Amme der Königin. Man erzählte sich, sie habe das zweite Gesicht, doch keiner der Anwesenden hatte jemals zu Lebzeiten eine ihrer Prophezeiungen gehört. Als Marga zu sprechen begann, klang ihre Stimme dumpf und hohl, als käme sie aus weiter Ferne.

Sie werden geboren in düsterer Nacht
Zwei Kinder – eines von dunkler Macht.
Lange wird das Schicksal schweigen,
die Wahrheit wird der Spiegel zeigen.
In fernen Zeiten größter Not,
die Schwester wird bringen dem Bruder den Tod.

... to be continued ...

Sorry, aber die Fortsetzung dieses Kapitels existiert bisher leider nur in meinem Kopf. Sobald mich die Muse küsst, werde ich den Rest sofort hier veröffentlichen. Vielleicht tröstet euch ja das darauf folgende Kapitel wenigstens ein bisschen über die Wartezeit hinweg ...

--> Prolog

--> Kapitel 1 - Das Bündnis

--> Kapitel 2 - Die Prophezeiung

--> Kapitel 3 - Das Erwachen

www.alexandra-winter.de
[Home] [Geschichten]
www.alexandra-winter.de
www.alexandra-winter.de

(c) Alexandra Winter

Verwendung/Veröffentlichung jeder Art nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung!

www.alexandra-winter.de